Wie die Verbindung zur Natur hilft
Auf der Stelle zu treten macht keinen Spaß. Es führt dazu, dass wir uns demotiviert und perspektivlos fühlen. Denn um weiterzukommen, müssen wir vom Fleck kommen. Im wahrsten Sinne des Wortes wie auch im übertragenen Sinn. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir mit unseren Gedanken festhängen, ständig über die gleichen Situationen und Probleme nachgrübeln oder schlichtweg den Überlick verloren haben.
Bei mir stellt sich dieser Zustand ein, wenn ich an meine Selbstständigkeit denke. Ich habe schnell das Gefühl nicht weiterzukommen, weil sich ein Berg von Aufgaben und Projekten vor mir auftürmt, der sich erschlagend anfühlt, weil ich nicht weiß, wie und in welcher Reihenfolge ich ihn abarbeiten soll. Kommt dir bekannt vor?
Wenn ja, könnte dieser Beitrag genau das Richtige für dich sein. Du erfährt darin von mir, wie die Verbindung zur Natur dich im Alltag weiterbringen kann.
5 Wege, wie die Verbindung zur Natur dich weiterbringt
Du willst wissen, wie die Verbindung zur Natur dir im Alltag helfen kann?
Hier findest du 5 Wege, die dir zeigen, welche Vorteile es hat, wenn du das Draußensein zu einem festen Bestandteil in deinem Leben machst.
1. Aus dem Gedankenkarussell aussteigen
Kennst du das auch? Du stehst morgens auf und zack, dein Kopf ist voll mit Gedanken über anstehende Aufgaben, ungelöste Probleme oder deine ewig lange ToDo-Liste. Das kann echt anstrengend sein. Weil sich dein Gedankenkarussell immer schneller zu drehen droht, desto mehr du einsteigst. Leider lassen sich diese Gedanken auch nicht einfach ausschalten wie bei einer Lampe, bei der wir nur den Schalter umlegen müssen.
Dabei ist die Lösung zum Greifen nah. Denn zahlreiche Studien belegen, dass die Verbindung zur Natur einen beruhigenden Effekt auf uns und unser Nervensystem hat. Schon 20 Minuten in der Natur können dazu beitragen, dass unser Geist ruhiger wird. Und damit auch das Gedankenkarussell in unserem Kopf.
Mein Tipp gegen das Gedankenkarussell im Kopf lautet daher: Rausgehen und Verbindung zur Natur aufnehmen. Das kann eine Runde im Park sein, bei der du die Bäume bewusst wahrnimmst, ein Waldspaziergang, bei dem du ganz in die besondere Atmosphäre des grünen Kraftorts eintauchst, oder ein bewegtes Gespräch mit anderen naturbegeisterten Menschen, die wie du über die Verbindung zur Natur zu Ruhe im Kopf finden wollen.
Extra-Tipp: Willst du wissen willst, wie Waldbaden und Achtsamkeit in der Natur aktiv zur Reduzierung deines Stresslevel beitragen können? Falls ja, schau doch mal auf der Seite Wald, Wiese & mehr vorbei. Dort findest du neben Informationen auch meine Angebote zu Waldbaden, Achtsamkeit und bewegten Gesprächen in Bonn & Umgebung.
2. Neue Perspektiven finden
Montage sind eine echte Herausforderung für mich. Sie kennzeichnen nicht nur den Beginn einer neuen Arbeitswoche, sie lassen mich auch regelmäßig in unschöne Gefühle von Hoffnungslosigkeit und Schwermut verfallen, weil mein aktueller Brotjob mich seit langem nicht mehr glücklich macht. Was auch nicht seine Aufgabe ist, aber die Situation vermittelt mir ein Gefühl von Aussichtslosigkeit.
An diesen Tagen hilft es mir, wenn ich mich zu einem Waldspaziergang motivieren kann. Denn kaum im Grünen angekommen, spüre ich, wie die belastenden Gefühle ihre Macht über mich verlieren und ich durch die Verbindung zur Natur aufatmen kann. Unterstützt durch die sanfte Bewegung beim Gehen löst sich meine innere Starre, meine Sicht auf die Welt beginnt sich zu verändern. Und während ich anfange, die Natur um mich herum bewusst wahrzunehmen, merke ich, wie ich anfange mich frei zu fühlen.
Äußerer Freiraum = innerer Freiraum
Denn genau dieses Gefühl von Freiraum brauchen wir, um in Verbindung mit der Natur neue Perspektiven zu finden. Diese entstehen beim Gehen, was aber alleine nicht ausreicht. Denn es ist auch die Natur, die mit ihren Farben und Formen unser Denken beeinflusst und damit Raum schafft für neue Perspektiven.
Ich kehre regelmäßig erfrischt mit einem neuen Ausblick auf mein Leben aus dem Wald zurück. Und auch die Idee zu diesem Blog und meiner Webseite ist in der Natur entstanden: Bei einem Spaziergang über Streuobstwiesen, der mir half, eine neue Perspektive auf mein Leben mit Trauma zu gewinnen und gleichzeitig das Thema Trauma und Natur zu “meinem” Thema zu machen.

3. Abstand vom Alltag gewinnen
Ich wäre dann bereit ans Meer gebracht zu werden. So lautet der Spruch auf einer meiner Lieblingspostkarten. Leider lässt sich das mit dem Meeresbesuch nur mit Vorlaufzeit realisieren. Es sei denn, man wohnt am Meer. Was hier irrelevant ist, denn der Spruch ist für mich ein Gradmesser dafür, wie belastet und gestresst ich mich gerade fühle.
Je höher mein aktueller Stresslevel, desto größer der Wunsch, Abstand vom Alltag zu gewinnen. Was für mich wunderbar über die Verbindung zur Natur funktioniert. Und nein, das muss nicht das Meer sein, der Wald in unmittelbarer Nähe zu meiner Wohnung tut es auch. Viel entscheidender ist der Übergang vom Alltag in die Natur.
Finde deine Idee für Abstand vom Alltag
Damit meine ich die bewusste Entscheidung, eine Verbindung zur Natur aufzunehmen, die meiner Erfahrung nach ganz unterschiedlich aussehen kann. Ich habe zum Beispiel heute morgen eine Meditation gehört, die “Sitzen wie ein Berg” heißt. Dabei bin ich in meiner Vorstellung zu einem Teil der Natur geworden, was sehr entspannend war.
Andere Ideen, um über eine Verbindung zur Natur Abstand vom Alltag zu gewinnen sind Spaziergänge in naturnahen Vororten deiner Stadt, die du erkunden willst, achtsame Streifzüge durch einen nahegelegenen Park, Ausflüge an Kraftorte, an denen du gezielt deine inneren Akkus aufladen kannst oder naturnahen Veranstaltungen, wie Waldbaden oder Wanderungen.
Lese-Tipp: Du möchtest wissen, wie Waldbaden dich beim Umgang mit deinem Trauma unterstützen kann? In meinem Beitrag Weniger Stress dank Waldbaden: 7 Tipps für Menschen mit Trauma erfährst du wie du das Wissen über traumatsensitives Waldbaden in die Tat umsetzen kannst.
4. Stress abbauen
Mal ganz ehrlich: Kannst du das Wort Stress auch langsam nicht mehr hören? Obwohl das Internet und Social Media voll mit Tipps zum Abbauen von Stress sind, meine Webseite eingeschlossen, rennen wir alle täglich in unseren selbst kreierten Hamsterrädern aus Aufgaben und ToDos. Und schaffen es oft nicht einmal einen Blick aus dem Fenster zu werfen, geschweige denn an die frische Luft zu gehen.
Eigentlich schade, denn gerade das Draußensein kann ein gutes Gegenmittel gegen Stress sein. Wenn wir bereit sind, uns aufraffen, die Laufschuhe anzuziehen und unseren Alltag für eine gewisse Zeit hinter uns zu lassen. Oder zumindest so lange, bis wir spüren, dass wir draußen in der Verbindung zur Natur wieder mit uns selbst in Kontakt kommen.
Sei kein Hamster, raus aus dem Rad!
Denn es ist der tägliche Stress, der uns im Hamsterrad gefangen hält. Sobald wir beim Spazierengehen oder Wandern in der Natur Stress abbauen, was durch die sanfte Bewegung ganz automatisch passiert, nimmt unser innerer Druck und die ständige Getriebenheit ab.
Der Bonus: Die Natur wirkt zusätzlich stressreduzierend, denn sie beeinflusst unter anderem über ihre Botenstoffe unser Immunsystem, Hormonsystem und Nervensystem, komplett kostenlos und ohne unerwünschte Nebenwirkungen.
Die Verbindung zur Natur kann also helfen, nachhaltig Stress abzubauen. Die einzige Voraussetzung dafür ist, regelmäßig rauszugehen. Und wenn das mal nicht klappt, kannst du dir die Natur auch nach Hause holen: Über eine Zimmerpflanze auf dem Schreibttisch, eine Naturmediation zum Anhören oder ein Wandbild von deinem Lieblingsort in der Natur.
Lese-Tipp: Wenn du Stress mit Hilfe der Natur loswerden willst, könnte auch mein Beitrag Sich erden: 5 Übungen, die helfen zu entspannen etwas für dich sein um dich inspirieren zu lassen.
5. Stimmung verbessern
Du hast schlechte Laune und willst etwas dagegen tun? Dann geh raus in die Natur und profitiere von ihrer positiven Wirkung auf deine Stimmung. Es gibt inzwischen viele Studien, die sich mit der Ursachenforschung hinter diesem Phänomen befassen. Und auch wenn der Zusammenhang zwischen Natur und Stimmung als erwiesen angesehen werden kann, bleibt der genaue Mechanismus weiter ein Geheimnis der Natur.
Was zählt ist schließlich die Wirkung, und die testest du am besten selbst. Wie wäre es also mit einem Experiment? Bevor du draußen in Verbindung zur Natur gehst, notierst du auf einem Zettel mit einer Zahl zwischen eins und zehn deine momentane Stimmung. Eins bedeutet unterirdisch, zehn heißt bombastisch.
Dann gehst du für mindestens 20 Minuten raus in den Wald oder an einen anderen Ort in der Natur, wo du dich wohlfühlst. Dort machst du nichts weiter, als die Umgebung auf dich wirken zu lassen, Pflanzen und Bäume bewusst wahrzunehmen und zu spüren, wie sich mit der Zeit vielleicht auch deine Wahrnehmung für die Verbindung zur Natur, aber auch zu dir selbst verändert. Wenn sich nichts verändert, ist es auch ok.
Wenn du zurückkommst, wählst du wieder eine Zahl zwischen eins und zehn, die deine Stimmung widerspiegelt. Hat sich deine Stimmung verbessert? Das hoffe ich sehr, denn auch wenn wir von der Verbindung zur Natur keine Wunder erwarten dürfen, kann sie uns helfen, unsere Stimmung zu verbessern und damit unser Wohlbefinden zu steigern.
Fazit: Veränderung durch die Verbindung zur Natur
Eine Patentlösung für gelungene Veränderungen gibt es nicht. Aber statt tief in die Tasche zu greifen oder sich vom Angebot der Möglichkeiten erschlagen zu lassen, macht es Sinn, sich auf etwas Naheliegendes zu besinnen: Die Natur. Denn wenn es um Veränderungen geht, kann die Rückbesinnung auf die Verbindung zur Natur sehr hilfreich sein.
Und sie ist flexibel ebenso wie einfach herzustellen: Schuhe an und ab nach draußen. Auch wenn es im ersten Moment Überwindung kostet. Durch die Verbindung zur Natur lernen wir nicht nur, aus unserem Gedankenkarusell auszusteigen und neue Perspektiven zu finden, wir können auch Abstand vom Alltag gewinnen, Stress abbauen und nachhaltig unsere Stimmung verbessern.
Klingt verlockend? Dann probier es einfach aus und finde heraus, welche Veränderungen sich bei dir durch die Verbindung zur Natur einstellen. Ich bin gespannt!
