Warum Trauma und Wut zusammenhängen

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  • Beitrag zuletzt geändert am:Januar 2, 2025
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Trauma und Wut

An was denkst du, wenn du das Wort “Wut” hörst?

Welche Gedanken hast du, wenn du den Impuls von Wut in deinem Körper spürst? Was nimmst du in deinem System wahr, wenn du siehst, dass jemand wütend wird? Für viele von uns ist es schwierig, mit Wut umzugehen.

Denn Wut ist zwar eine körperliche Reaktion, menschliche Emotion und ein notwendiger Teil unserer aller Erfahrung, aber wir haben oft gelernt, sie zu unterdrücken.

Gerade für Menschen mit Trauma ist Wut häufig ein schwieriges Thema.

Ihre Grenzen wurden massiv verletzt, gleichzeitig wurden ihre Mechanismen zur Bewältigung der Ereignisse überfordert und sie mussten Dinge aushalten oder ertragen, die auch unter weniger schlimmen Umständen jede Menge Wut verursachen würden.

Der Unterschied: Betroffene mussten diese Wut unterdrücken oder abspalten, um zu überleben.

Und auch wenn schon viel  über Wut geschrieben wurde, soll es in diesem Beitrag um den Zusammenhang von Trauma und Wut gehen, genauer gesagt um Trauma und unterdrückte Wut, die Gründe dahinter und Wege, wie du ihre Auswirkungen auf dein Leben abmildern kannst.

Warum ist Wut eine häufige Reaktion bei Trauma?

Laut einem Artikel des U.S. Department of Veterans Affairs geht man davon aus, dass ein hohes Maß an Wut mit unserem natürlichen Überlebensinstinkt zusammenhängt.

Wenn wir Menschen einer extremen Bedrohungssituation ausgesetzt sind, tendieren wir dazu, mit großer Wut darauf zu reagieren. Denn das Gefühl der Wut kann uns helfen, zu überleben, indem es unseren Fokus verlagert. Unsere gesamte Aufmerksamkeit, unser Denken und Handeln werden dabei auf das Überleben ausgerichtet.

Wut ist deshalb auch eine häufige Reaktion auf Erlebnisse, die uns ungerecht erscheinen oder bei denen wir selbst zum Opfer gemacht werden.

Untersuchungen zeigen, dass Wut besonders häufig in Erscheinung tritt, wenn wir von anderen Menschen betrogen wurden. Was wiederum häufig bei Menschen mit einem Trauma zu beobachten ist, die Missbrauch oder Gewalterfahrungen zu bewältigen haben.

Ein Trauma beeinflußt unseren Umgang mit Emotionen

Das Trauma und die damit verbundenen Erfahrungen wirken sich oft darauf aus, wie gut der Betroffene lernt, seine Gefühle unter Kontrolle zu halten. Schwierigkeiten damit führen zu häufigen Ausbrüchen von extremen Gefühlen, einschließlich Ärger und Wut.

Ein Zusammenhang, den ich erst heute wirklich verstehe, weil mir bewusst ist, dass eine gestörte Emotionsregulation mit den Erfahrungen in unserer Kindheit verknüpft ist. Als Kind war ich oft ungeschützt den Wutausbrüchen meines Vaters ausgesetzt, was bei mir zu großer Angst vor dem Gefühl der Wut geführt hat und gleichzeitig zur Unterdrückung meiner eigenen Wut.


Wut festhalten ist wie Gift trinken und darauf warten, dass der Andere stirbt.
Buddha

Wie kann Wut nach einem Trauma zu einem Problem werden?

Bei Menschen mit Trauma kann ihre Reaktion auf extreme Bedrohung „stecken bleiben“. Dies kann laut den Experten des U.S. Department of Veterans Affairs unter anderem dazu führen, dass sie auf jede Form von Stress im Kampf-oder-Flucht-Modus (Überlebensmodus) reagieren.

Für uns Betroffene bedeutet das, dass wir mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit auf jede Art von Stress mit “voller Aktivierung” reagieren, d.h. so, als ob unser Leben in Gefahr wäre. Was auf Dauer extrem anstrengend ist.

Diese automatisch ablaufende Reaktion von Reizbarkeit und Wut bei Menschen mit Trauma kann zu ernsthaften Problemen auf der Arbeit und im Privatleben führen. Außerdem kann sie sich auch negativ auf unser Selbstwertgefühl auswirken.

Wissenschaftler haben diese sogenannte posttraumatische Wut in drei Hauptbereiche unterteilt, die ich nachfolgend erläutern möchte. Alle drei Bereiche können dazu führen, dass ein von Trauma betroffener Mensch mit Wut reagiert, selbst in Situationen, die keine Lebensbedrohung darstellen:

1. Erregung

Wut zeichnet sich durch bestimmte körperliche Reaktionen aus. Die Systeme, die am engsten mit Emotionen und Überleben verbunden sind – Herz, Kreislauf, Drüsen, Gehirn – werden aktiviert. Wut ist auch dadurch charakterisiert, dass sich unsere Muskeln anspannen.

Wenn du ein Trauma erlitten hast, kann dieses höhere Maß an Spannung und Erregung traurigerweise zu deinem Normalzustand werden (ich spreche da aus langjähriger Erfahrung). Gleichzeitig bedeutet das auch, dass die emotionale und körperliche Wahrnehmung der Wut bei dir gegebenfalls intensiver ausfällt.

Wenn du unter einer Traumafolgestörung leidest, fühlst du dich eventuell oft gereizt, aufgeregt oder reizbar. Vielleicht lässt du dich auch schnell von anderen provozieren.

Dieses hohe Maß an Erregung kann dazu führen, dass du dich häufig in Situationen wiederfindest, in denen du wachsam bleiben und (potentielle) Gefahren abwehren musst, also eine Art Hab-Acht-Stellung wahrnehmen. Gleichzeitig versuchst du vielleicht deine Anspannung durch den Konsum von Alkohol oder anderen Drogen zu reduzieren, was leider nur kurzfristig Entlastung bringt.

2. Verhalten

Die beste Reaktion auf eine Gefahr ist häufig aggressives Verhalten, das dem Selbstschutz dient. Viele Menschen, die von Trauma betroffen sind, lernen nie, anders mit einer Bedrohung umzugehen. Sie neigen dazu, immer auf die gleiche Art und Weise zu reagieren, wenn sie sich bedroht fühlen, weil sie nur diese eine Reaktion gelernt und verinnerlicht haben und in diesem Muster „steckengeblieben“ sind. Das kann mit hoher Impulsivität und Reaktivität einhergehen, weil ihnen kein Raum zwischen Reiz und Reaktion bleibt.

Zu den aggressiven Verhaltensweisen gehören auch Phänomene wie sich beschweren, zu spät kommen, absichtlich schlechte Arbeit abliefern, Selbstvorwürfe oder sogar Selbstverletzungen. Viele Menschen mit Trauma reagieren auf Bedrohungen immer mit aggressivem Verhalten, weil sie nicht in der Lage sind, auf gesündere Art und Weise zu reagieren.

Ein bisschen ist das wie bei einem geschlagenen, misshandelten Hund, der jeden fremden Menschen zähnefletschend anbellt und vielleicht sogar anspringt, weil er fürchtet, schlecht behandelt zu werden. Er kennt nur Aggression, auch wenn er noch ganz andere Seiten hat, denn er hat dieses Reaktionsmuster verinnerlicht.

3. Gedanken und Überzeugungen

Alle Menschen haben Gedanken oder Überzeugungen, die ihnen dabei helfen, die Welt, in der sie leben, zu verstehen. Nach einem Trauma kann das unter anderem dazu führen, dass Betroffene davon überzeugt sind, dass die Welt bedrohlich ist, selbst wenn sie inzwischen sicher ist. Oft sind ihnen diese Überzeugungen gar nicht bewusst.

Ein traumatisierter Vater kann zum Beispiel wütend werden, wenn seine Frau, seine Kinder oder seine Kollegen sich nicht an “seine” Regeln halten. Ihm ist nicht bewusst, dass seine starke Reaktion eigentlich damit zusammenhängt, wie wichtig es für ihn ist, die Kontrolle zu behalten, um nicht von seinen eigenen alten Gefühlen der Ohnmacht und Hilflosigkeit überwältigt zu werden.

Traumatische Erfahrungen beeinflußen unsere Gedanken

Wenn du unter den Folgen eines Trauma leidest, bist du dir möglicherweise nicht bewusst, wie deine Gedanken und Überzeugungen dadurch beeinflusst wurden. Seit den traumatischen Erfahrungen verspürst du zum Beispiel ein größeres Bedürfnis, deine Umgebung ständig im Blick zu behalten und zu kontrollieren.

Dies kann dazu führen, dass du dich anderen gegenüber ungerecht verhältst. Dein Verhalten kann andere provozieren, so dass sie dir gegenüber dann feindselig reagieren. Dieses feindselige Verhalten bestätigt dann die Überzeugungen, die du anderen gegenüber hast und verstärkt sie gegebenenfalls.

Einige häufige Gedanken von Menschen mit Trauma sind:

  • Ich kann niemandem trauen.
  • Wenn ich die Kontrolle verliere, wäre das furchtbar oder hätte schlimme Folgen.
  • Nach allem, was ich durchgemacht habe, verdiene ich eine bessere Behandlung.
  • Die haben es alle auf mich abgesehen.
  • Keiner wird mir helfen.


Wo Wut ist, ist immer auch Schmerz darunter.
-Eckhardt Tolle

Was ist Wut überhaupt und wie fühlt sie sich an?

Einem Artikel von Shirley Davis von der CPTSD Foundation zufolge ist Wut eine ganz normale Emotion, wenn sie angemessen ausgedrückt wird. Du kannst zum Beispiel wütend werden, wenn du angegriffen wirst, betrogen, abgewertet, ungerecht behandelt oder frustriert bist.

Grundsätzlich ist Wut keine zerstörerische Emotion, die bestraft oder unterdrückt werden sollte, sondern eine sehr wertvolle Emotion, die uns hilft, unsere Grenzen wahrzunehmen und zu wahren und für unsere Bedürfnisse einzutreten.

Wut hilft uns dabei, Situationen zu erkennen, die uns schaden könnten, motiviert uns, uns zu verändern, und hilft uns auf dem Weg zu unseren Zielen durchzusetzen. Wenn unsere Sicherheit bedroht ist, bereitet uns die Wut darauf vor, uns zu verteidigen, indem sie uns einen zusätzlichen Energieschub im Rahmen der Überlebensreaktionen (Kampf, Flucht, Totstellreflex) gibt.

Umgang mit Wut ist wichtig für unsere Gesundheit

Die meisten Menschen erleben Wut und können mit ihr wie mit jeder anderen Emotion umgehen. Sie haben gelernt, Wut auf gesunde Weise zu spüren und daraus Handlungen abzuleiten. Der Umgang mit Wut ist sowohl für unsere geistige als auch unsere körperliche Gesundheit wichtig.

Gleichzeitig wird Wut von Mensch zu Mensch anders empfunden, trotzdem findest du nachfolgend einige körperliche und emotionale Anzeichen, die laut Shirley Davis von der CPTSD Foundation zeigen, dass du gerade wütend bist:

Körperliche Auswirkungen von Wut

  • Engegefühl in der Brust
  • Aufstoßen im Magen oder Sodbrennen
  • Schwächegefühl in den Beinen
  • Pochender, schneller Herzschlag
  • Anspannung in deinen Muskeln
  • Wärme- oder Hitzegefühl
  • Drang aufs Klo zu gehen
  • Schwitzen, besonders an den Handflächen
  • Zittern oder Beben
  • Schwindelgefühle

Emotionale Auswirkungen von Wut

  • Anspannung
  • Bitterkeit oder Groll
  • Schuldgefühle
  • Reizbarkeit
  • Demütigung

Natürlich gibt es noch eine Menge anderer Anzeichen, die auf Wut hindeuten, aber das würde den Rahmen des Beitrags sprengen.


Lese-Tipp: Wenn du mehr über die Kraft der Wut wissen willst, empfehle ich dir die Leseprobe Entdecke die Kraft der Wut auf spektrum.de, wo du auch einen Buchtipp zum Thema findest.

Was ist unterdrückte Wut?

Unterdrückte Wut ist die Wut, die von einer Person, die ein Trauma in Form von Missbrauch oder Gewalt erlitten hat, unbeabsichtigt vermieden wird, um unangenehme Gefühle im Zusammenhang mit der Vergangenheit zu vermeiden. Menschen, die mit unterdrückter Wut leben, wissen oft nicht, wie sich ihre Wut anfühlt, und machen Aussagen wie „Ich werde nie wütend“, weil sie sich gar nicht bewusst sind, dass sie überhaupt Wut empfinden.

Menschen haben unterdrückte Wut, weil sie sich in Situationen geärgert oder gestresst gefühlt haben oder weil sie sich ausgenutzt gefühlt haben.

Anzeichen für unterdrückte Wut

Es gibt viele Möglichkeiten, wie Menschen mit unterdrückter Wut reagieren; im Folgenden findest du einige Anzeichen dafür, dass du mit unterdrückter Wut zu tun haben könntest:

  • Sich nie wütend fühlen, dafür aber tief traurig oder deprimiert
  • Unverhältnismäßig oft Sarkasmus oder Zynismus einsetzen
  • Schlecht mit Konflikten oder Konfrontationen umgehen können
  • Sich schuldig fühlen, schämen oder böse werden, wenn Wut spürbar wird
  • Groll hegen und über Dinge nachgrübeln, die zu Verärgerung geführt haben
  • Sich verbittert, neidisch oder nachtragend gegenüber anderen Menschen fühlen
  • Unter chronischen Muskelverspannungen und Kopfschmerzen leiden
  • Sich unwohl fühlen, wenn andere Menschen ihre Wut zum Ausdruck bringen
  • Passiv-aggressiv reagieren, wenn man mit anderen interagiert
  • Dinge und Menschen ignorieren, die einen stören oder verärgern, anstatt sich mit ihnen auseinanderzusetzen

Dies sind nur einige wenige Anzeichen dafür, dass du mit unterdrücktem Ärger und Wut zu tun haben könntest.

Menschen, die unterdrückte Wut haben, wollen sie im Allgemeinen unbewusst ignorieren oder vermeiden, oft aus Angst oder Scham.

Zwei sich streitende wütende Vögel auf einem Ast vor grünem Hintergrund - Naturingmyself - Trauma und Wut

Die Schattenseite der unterdrückten Wut

Unterdrückte Wut ist, wie schwer zu erraten sein dürfte, schlecht für die körperliche und mentale Gesundheit. Denn Wut staut sich auf, hat viele negative Auswirkungen und beeinträchtigt langfristig die gesamte Lebensqualität.

Unterdrückte Wut ist eine der Hauptursachen für die folgenden Erkrankungen:

  • Hoher Blutdruck
  • Schlaflosigkeit
  • Chronischer Stress
  • Herzinfarkt oder Schlaganfall
  • Taubheit
  • Apathie
  • Vermindertes Selbstwertgefühl
  • Chronische Gesundheitsprobleme
  • Impulsive oder destruktive Verhaltensweisen wie Drogenmissbrauch

Unterdrückte Wut kann großen Schaden anrichten, wenn sie kein Ventil findet und nicht zum Ausdruck gebracht wird, insbesondere wenn sie häufig oder über längere Zeit auftritt.

Welche Wege gibt es, mit unterdrückter Wut umzugehen?

Es mag zwar auf den ersten Blick unmöglich erscheinen, mit den Folgen unterdrückter Wut umzugehen, aber das ist es nicht. Es gibt viele Wege, um Wut auf eine gesunde Art und Weise auszudrücken und Gefühle zu verarbeiten, anstatt sie zu unterdrücken.

Eine wichtige Fähigkeit ist es, die Wut im Körper zu spüren, statt sie im Kopf aufzustauen. Das kann zu einer großen Herausforderung werden, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Denn Wut kann einen schnell an die Grenzen des eigenen Toleranzfensters (“Window of Tolerance”) bringen.

Für Menschen mit Trauma bedeutet das, dass sie lieber kleinschrittig vorgehen sollten, wenn es um eine Emotion wie unterdrückte Wut geht, denn es würde auch niemand auf die Idee kommen die Alpen zu Fuß überqueren, ohne vorher trainiert zu haben.

Je besser die eigene Wut auf Dauer im Körper spürbar wird, desto leichter fällt es uns dann auch selbstbewusst aufzutreten und zu sagen, was wir empfinden und denken. Außerdem wird es leichter, die eigenen Bedürfnisse auf angemessene Art und Weise durchzusetzen und auch erfüllt zu bekommen.

Wut als Zeichen wahrnehmen lernen

Wut ist immer eine Reaktion auf ein Ereignis in deinem Leben. Sie ist daher oft ein Anzeichen dafür, dass es ein Problem gibt, das es zu lösen gilt. Versuche daher, darauf zu achten, wie du dich innerlich fühlst und was du dir wünschst. Wenn du anfängst zu verstehen, woher die Wut kommt, wird sich deine Wahrnehmung der Wut verändern und du wirst eher in der Lage sein angemessen mit ihr umzugehen.

Ein Tipp, um diese Fähigkeit zu üben, ist an eine Situation zu denken, wo du Wut empfunden hast und dir folgende Fragen zu stellen:

  • Woher weiß ich, dass ich mich wütend fühle?
  • Was hat sich an meinen Gefühlen, Handlungen und Körperempfindungen geändert, und wie haben sich meine Gedanken verändert?
  • Was hat meine Wut ausgelöst? Was hat mir meine Wut darüber gesagt, was ich brauche oder will?

Vielleicht kannst du mit der Beantwortung ein paar neue Erkenntnisse über deine Wut gewinnen. Denn das Trauma, was du erlitten hast, hat dich dazu gebracht, Wut zu empfinden, die du nicht ausdrücken konntest. Wenn du heute deine Wut besser verstehen und deuten lernst, kann sich damit der aufgestaute Druck verringern.


Lese-Tipp: Wut hat viel mit angestauter Energie zu tun, die sich im Körper als Übererregung zeigen kann. Wenn du erfahren willst, wie du mit Übererregung besser umgehen kannst, empfehle ich dir zum Weiterlesen den Beitrag 5 Ressourcen für den Umgang mit Übererregung.

Fazit: Es ist nie zu spät für gesunde Wut

Wenn du mit den Folgen eines (frühen) Trauma lebst, spürst du die verdrängte oder aufgestaute Wut vielleicht nicht, die von Erfahrungen in deiner Vergangenheit herrührt. Trotzdem hat sie unter Umständen Auswirkungen auf dein Leben, etwa weil du zum Beispiel mit körperlichen oder psychischen Folgen kämpfst.

Ein erster Schritt, um die Wut aus der Vergangenheit anzuerkennen und ihr Ausdruck zu verleihen, ist dir einzugestehen, dass du wütend bist. Auf den ersten Blick mag es geradezu aberwitzig erscheinen nicht zu wissen, ob du gerade wütend bist, aber das ist es ganz und gar nicht. Denn als Kind haben wir oft gelernt, dass es gefährlich ist, wütend zu sein, und vielleicht schämst du dich jetzt, deine Wut offen auszudrücken.

Um sich von unterdrückter Wut zu befreien, muss die Verletzung darunter erkannt und versorgt werden. Nur so ist langfristig Heilung möglich. Und auch wenn es keinen Spaß macht, sich mit seiner alten Wut auseinander zu setzen, ist es der einzig hilfreiche Weg. Damit man die Fesseln der Vergangenheit loswird, muss man die damit verknüpften Überzeugungen und Glaubenssätze entkräften, die einem heute noch klar machen wollen, dass man kein Recht darauf hat wütend zu sein.

Natürlich hast du das Recht, wütend zu sein. Und wenn du deine Wut angemessen zum Ausdruck bringst und ihr endlich freien Lauf lässt, wirst du dich leichter und kraftvoller fühlen. Was meiner Erfahrung nach ein wirklich gutes Gefühl ist.

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